Heinehaus Logo

PoesieFest im Heine Haus. Das 10. Jahr

04. 09. Fr. – 06. 09. 2020, So.
PoesieFest im Heine Haus, das 10. Jahr
Thema: Erinnern Vergessen – Vergessen Erinnern.

Fr. 4.09., 19:30 Uhr
Mirko Bonné und Viola Rusche
lesen Gedichte von Christian Saalberg
In der dritten Minute der Morgenröte (Schöffling Verlag 2019)

Buchvorstellung, Gespräch, Filmvorführung

Grußwort: Marianne Schirge (Kulturamtsleiterin der Landeshauptstadt Düsseldorf)


Christian Saalberg, eigentlich Christian Udo Rusche (*1926– 2006)  arbeitete in seinem bürgerlichen Leben als Rechtsanwalt. Sein ‚zweites Leben‘ als Dichter schützte er durch ein Pseudonym, das mit dem glücklichsten Ort seiner Kindheit verbunden war. Bei seinem Tod umfasste sein Werk 23 Bände. Herausgegeben von Mirko Bonné und Viola Rusche, der Tochter des Dichters, ist nun eine sorgsam komponierte Auswahl von Saalbergs lyrischem Werk erschienen. Es ist die Wiederentdeckung einer ganz großen Gestalt der Gegenwartslyrik. Die Gedichte von Saalberg sind filigran, lebenserfahren, weltzugewandt. Im Heine Haus stellen Viola Rusche und Mirko Bonné sein Werk vor.
 
»Sich dem Tod entgegenschreiben ist eine starke, sinnstiftende Triebfeder…  Auch das kann man von Christian Saalberg lernen. Wenn alles zu Ende geht, spreche ich noch einmal das Wort ANFANG aus.« faz.net

Viola Rusche (*1960), Tochter von Christian Rusche, arbeitet als freischaffende bildende Künstlerin, Filmemacherin und Cutterin und stellte unter anderem in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf aus.

Mirko Bonné (*1965) ist als Lyriker, Autor, Journalist und Übersetzer tätig. Für sein Werk bekam er unter anderem den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis, sowie den Rainer-Malkowski-Preis. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Chinesisch und Russisch. 
 
Sa. 05. 09., 17 Uhr
 
Dem diesjährigen kontingenten Thema „Erinnerung“ entsprechend, verleihen die drei Dichter*innen jeweils auch einem verstorbenen Kollegen Ausdruck und Stimme: Marcel Beyer stellt neben eigenen Gedichten auch etwas von Thomas Kling vor ( vor ab zu der von ihm herausgegebenen Gesamtausgabe der Kling-Werke bei Suhrkamp, die im November erscheint und am 12.11. hier einen eigenen ‚Auftritt’ bekommt), Monika Rinck erinnert in dem Kontext an Pessoa und Nico Bleutge an Inger Christensen. 

Marcel Beyer, Dämonenräumdienst, Gedichte (Suhrkamp Verlag 2020)
Moderation: Tobias Lehmkuhl
 
Monika Rinck,  Alle Türen  (Kookbooks Verlag 2020),
Alles mit den Händen (Mütze 2/2020) u.a.
Moderation: Rudolf Müller
 
Nico Bleutge, Drei Fliegen. Über Gedichte (Beck Verlag 2020);
Den Wiederholungen folgen alfabet/alphabet (Wunderhorn Verlag  2020)
Moderation: Christoph Buchwald
 

Marcel Beyer (*1965) wuchs in Kiel und Neuss auf, zog 1996 von Köln nach Dresden, wo er bis heute lebt. Er ist Schriftsteller, Lyriker, Essayist und Herausgeber. Seit 1980 schreibt er Gedichte, seit Ende der achtziger Jahre auch Besprechungen und Aufsätze zu Literatur, Musik und Bildender Kunst. Marcel Beyer wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preises 2016.

Monika Rinck (*1969) ist eine deutsche Dichterin. Sie studierte Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und Yale. Für ihre literarischen Arbeiten wurde Monika Rinck vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem dem Kunstpreis Berlin, Literatur 2012, dem Peter-Huchel-Preis 2013, dem Kleist-Preis 2015 und dem Ernst-Jandl-Preis 2017.

Nico Bleutge (*1972) ist ein deutscher Dichter. Er studierte Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine Rhetorik und Philosophie in Tübingen. Er lebt in Berlin. Seit 2001 ist er freier Literaturkritiker, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung oder die Neue Zürcher Zeitung. Seine Gedichte wurden in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. 2006 debütierte er mit dem Gedichtband „klare konturen“.
 
 
So. 06. 09., 12 Uhr
Die drei PoesieDebüt Preisträger

Julia Trompeter, Maren Kames, Sebastian Unger.
 
Seit 2016 wird im Heine Haus der PoesieDebütPreis Düsseldorf vergeben. Der Preis wird an nationale oder internationale Lyriker und Lyrikerinnen verliehen, deren außergewöhnliches Debüt in deutscher Sprache oder deutscher Übersetzung vorliegt. Wir freuen uns in diesem Jahr, dem 10. PoesieFest im Heine Haus alle drei bisherigen Preisträger gemeinsam begrüßen zu dürfen.

Grußwort: Hans-Georg Lohe (Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf)
 

Julia Trompeter (*1980) studierte Philosophie, Germanistik und Klassische Literaturwissenschaft in Köln und promovierte in Berlin und Bochum. Sie lebt heute in Berlin. Für ihr Schaffen erhielt sie u.a. 2014 den Förderpreis des Landes NRW. 2016 erhielt sie den PoesieDebütPreis der Stadt Düsseldorf.

Maren Kames, *1984 in Überlingen am Bodensee geboren. Sie studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft in Tübingen und Leipzig, danach am Institut für Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie war Mitherausgebern der Literaturzeitschrift „BELLA triste”. 2017 erhielt sie den PoesieDebütPreis der Stadt Düsseldorf. 2019 war sie Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles, 2020 war sie für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Sebastian Unger, 1978 in Berlin geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Kulturwissenschaften an der Europa Universität Viadrina. Unger unterrichtet derzeit an der Tongji Universität in Shanghai. 2011 gewann er beim Open Mike den Lyrikpreis, 2019 wurde er mit dem Frankfurter Lyrikpreis gewürdigt. Sein Debüt „Die Tiere wissen noch nicht Bescheid” erschien 2018 im Verlag Matthes & Seitz. 2019 erhielt er den PoesieDebütPreis der Stadt Düsseldorf und den Frankfurter Lyrik-Preis.

 

Eintritt:
Festivalkarte 15,– EUR
Freitag, 06.09., 10,–/8,– EUR
Samstag, 07.09., 10,–/8,– EUR
Sonntag, 08.09., 10,–/8,– EUR