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Archiv 2008

10.12.2008, Mi, 19:30 Uhr
Martin Baltscheit / Gisbert Haefs.
Das Dschungelbuch. (Bojé Verlag)

In der Reihe Nähe und Ferne
Nähe und Ferne – die Grenze dazwischen verläuft perspektivisch, will man eins vom anderen trennen, steht man plötzlich im undurchdringlichen Dickicht der Frage nach dem eigenen Standpunkt. Das wusste Heine und das wusste auch Rudyard Kipling, der den exotischen Aspekt des Spiels zwischen nah und fern in das weltbekannte Dickicht des Dschungelbuchs und die Existenz zwischen Zivilisation und Natur überführte – nicht ohne Grund zitiert er in seiner ältesten Mowgli-Geschichte „In the Rukh“ Heinrich Heine. Der in Düsseldorf lebende Autor, Zeichner, Schauspieler und Sprecher Martin Baltscheit kennt als Illustrator die Magie des perspektivischen Denkens – im Heine Haus zeigt er mit seinem neuen Dschungelbuch seine ganz eigene Sichtweise auf das menschliche Sein im Grenzgebiet zwischen Natur und Kultur.
Moderation und Gespräch: Gisbert Haefs (Schriftsteller und Übersetzer u.a. von Rudyard Kipling)

05.12.2008, Fr, 19:30 Uhr
Hartmut von Hentig.
Mein Leben – bedacht und bejaht.
Bd.1: Kindheit und Jugend. Bd.2: Schule, Polis, Gartenhaus. (Hanser Verlag)
Hartmut von Hentig, der heute 83-jährige Nestor der Pädagogik und unermüdlicher Neubegründer der Kunst des Lehrens stellt seine Memoiren vor, in denen persönliche Erinnerung zur Zeitgeschichte wird, in denen privates Erleben und engagierter, öffentlicher Diskurs ineinander übergehen. In einem bewegten und tatenreichen Leben zwischen Europa und Amerika bezeugt der Lehrstuhlinhaber und Begründer der experimentellen Bielefelder Laborschule (Universität Bielefeld), dass die Frage nach der Gebrauchsanweisung für das richtige Leben und Lehren eine nie abgeschlossene, eine immer nach vorne blickende ist.
Von Hentig ist fast zum Synonym für eine neue Pädagogik geworden. (Frankfurter Rundschau)
Begrüßung: Reinhold Christiani, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Heinrich-Heine-Geburtshauses e.V.

Zu Gast im Heine Haus
06.11.2008, Do, 19:30 Uhr
Bernd Haunfelder
Not und Hoffnung. Deutsche Kinder und die Schweiz 1946-1956. (Aschendorff Verlag)
Der Historiker und Publizist Bernd Haunfelder erzählt ein bisher fast unbekanntes, bewegendes Kapitel humanitärer Hilfe der Nachkriegszeit.
Grußwort: Klaus Bucher, Generalkonsul Schweizerisches Generalkonsulat Düsseldorf
Veranstalter: Aschendorff Verlag in Kooperation mit dem Schweizer Generalkonsulat

07.11.2008, Fr, 19:30 Uhr
Andrea Ernst / Eric Pleskow
Eric Pleskow – Ein Leben für den Film. (Picus Verlag)
Eric Pleskow hat der Filmgeschichte ab den sechziger Jahren ein besonderes Gesicht verliehen, im Gespräch mit Andrea Ernst erzählt der charismatische Meister des großen Kinos im Heine Haus von seinem Leben für den Film.

24.11.2008, Mo, 19:30 Uhr
Wolfgang Kubin
Chinesische Gegenwartsliteratur

Der Sinologe, Übersetzer und Autor Wolfgang Kubin stellt neben Zhai Yongming u.a. auch den mit dem höchstdotierten Literaturpreis für chinesischsprachige Literatur ausgezeichneten Erzähler Mo Yan vor.

21.11.2008, Fr, 19:30 UHR
Vera Bauer
Ich Narr des Glücks. Heinrich Heine – Eine Erkundung in Wort und Klang.

Eine Koproduktion von Vera Bauer mit sogar theater Zürich und La Cappella Bern
Der ganze Mensch, gesucht und aufgefunden in Heinrich Heines Werk. Singend,
sprechend und Cello spielend spürt Vera Bauer dem Denken Heines in seinen Gedichten, Briefen und Reisebildern nach. Mit elegantem Fingerspitzengefühl montiert die Künstlerin Originaltexte und Klänge Heines und lässt so eine Idee seines Lebens und seines Werks entstehen. Die Sprachvirtuosität des Dichterfürsten kontrapunktiert Vera Bauer mit ihren Arrangements berühmter Schumann-Liedvertonungen sowie eigenen Klängen.

19.11.2008, Mi, 19:30 Uhr
György Kurtág. Kafka-Fragmente (für Sopran und Violine).
Liederabend

Im Rahmen des Zyklus 3xneu. Eine Veranstaltungsinitiative für neue Musik
Kafka – Im Fragmentarischen war er zu Hause, wie kaum ein anderer hat er seine Facetten und Möglichkeiten ausgelotet. Der lange nur als Geheimtipp bekannte, ungarische Komponist György Kurtág nimmt in einer extravaganten Mischung aus archaischer Schwere und extremer Virtuosität den unverkennbaren Kafka-Ton auf. Annette Elster, bekannt geworden als Interpretin für zeitgenössische Musik u.a. an der Oper Paris, singt seine assoziativen Kafka-Fragmente, begleitet vom Initiator der Reihe „Hombroich: Neue Musik“ Christoph Staude (Piano) und Paul Rosner (Studium in Moskau und New York) an der Violine. Außerdem zu Gehör kommen Stücke von Christoph Staude, Bernd Alois Zimmerman und Thomas Bruttger.
Durch den Abend führt der Komponist, Organist und Kirchenmusiker Oskar Gottlieb Blarr.

14.11.2008, Fr, 19:30 Uhr
Ruth Klüger.
Unterwegs verloren. Erinnerungen. (Paul Zsolnay Verlag)
Nach ihrem autobiographischen Überlebensbuch „weiterleben“ erzählt Ruth Klüger in „unterwegs verloren“ nun die ergreifende Fortsetzung ihres Werdegangs als Überlebende des Naziregimes. Die international ausgezeichnete Autorin, engagierte Feministin und Literaturwissenschaftlerin gewährt in diesem sehr persönlichen Buch Einblicke in die zwischenmenschlichen Beziehungen ihres Lebens und erzählt mit eindringlicher Stimme nicht nur fesselnd vom American Way of Life, sondern auch von Erkenntnissen, Erinnerungen und bewegenden Momenten, die ihre Lebensgeschichte prägen.
Das Buch ist ein unverzichtbares Dokument zur Zeit- und Wissenschaftsgeschichte. Und es enthält wunderbare glasklare, harte und heitere Momente von scharf beobachteter Menschlichkeit. (NZZ)
Moderation und Gespräch: David Eisermann (freier Journalist, u.a. WDR 3 Mosaik)

12.11.2008, Mi, 19:30 Uhr
Maria Blumencron.
Auf Wiedersehen, Tibet. Auf der Flucht durch Eis und Schnee. (DuMont Verlag).

Multimediale Lesung mit Film, Wort, Bild und Musik
Zwischen Nepal und Tibet liegen ein 6000 Meter hoher Grenzpass und ein Spiel zwischen Leben und Tod. Maria Blumencron, die für ihren Dokumentarfilm „Flucht über den Himalaya“ zahlreiche Auszeichnungen erhielt, hat nun auch ein Buch zum Thema Tibet vorgelegt, das die ergreifende Geschichte von sechs Kindern und einem jungen Mönch als Flüchtlingshelfer erzählt. Die Autorin, Regisseurin und Filmemacherin hat die Gruppe auf ihrem Weg begleitet und zeigt in ihrer multimedialen Lesung in Filmausschnitten, Wort, Bild und Musik Momente des Überlebensabenteuers ‚Auf Wiedersehen, Tibet‘.


21.10.2008, Di, 19:30 Uhr
Sebnem Isigüzel
Am Rand. Roman. (Berlin Verlag)

In der Reihe Literatur der Nachbarn / Im Rahmen des Messethemas Türkei
Istanbul, Urbanität und Fortschritt. Was aber passiert am Rand einer multikulturellen Großstadt, in der sich Fortschritt und Tradition dasselbe Terrain teilen? Leyla, Tochter einer Diplomatenfamilie und in Moskau ausgebildete Schachmeisterin, entscheidet sich, dem Zentrum Istanbuls und ihres Ehelebens den Rücken zu kehren. Als sie eines Tages auf ihren Streifzügen einen halbtoten Mann entdeckt, beginnt eine Reise in die Geschichte ihres Lebens und die Identität einer Metropole, deren Gesichter gegensätzlicher nicht sein können.
Sebnem Isigüzel studierte Anthropologie an der Universität Istanbul und arbeitete einige Jahre als Journalistin bei verschiedenen privaten Fernsehsendern. Einige ihrer
Erzählbände erhielten in der Türkei zahlreiche Literaturpreise. Die Autorin lebt in Istanbul.
Begleitend liest Sesede Terziyan die deutsche Übersetzung. Die in Berlin lebende Schauspielerin ist unter anderem bekannt aus Tatort Hamburg und Tatort Ludwigshafen.

28.10.2008, Di, 19:30 Uhr
Nicolas Born
Gedichte (Wallstein Verlag) Briefe 1959-1979. (Wallstein Verlag)

In der Reihe Stipendiaten der Kunststiftung NRW im Gespräch
Nicolas Born, der zu den bedeutendsten Schriftstellern der Nachkriegsliteratur zählt, erreichte in den 70er Jahren Kultstatus, nicht zuletzt mit seinen außergewöhnlichen Gedichtbänden, in denen er dem „Wahnsystem Realität“ die Utopie des Glücks entgegenstellt.
Seine Tochter Katharina Born, freie Journalistin und Schriftstellerin, hat nun posthum die preisgekrönte Edition der Gedichte und Briefwechsel des Autors von „Die Fälschung“ besorgt und stellt im Heine Haus die Werke ihres 1979 verstorbenen Vaters vor. Seine Schriftwechsel u.a mit Peter Handke und Günter Kunert zeigen ein perspektivenreiches Portrait und sehr persönliches Bild des Literaturbetriebs der sechziger und siebziger Jahre.
Durch den Abend führt Katharina Born. Ausgewählte Passagen aus den Gedichten und Briefen liest ein Mitglied des Ensembles Düsseldorfer Schauspielhaus.

03.11.2008, Mo, 19:30 Uhr
Werner Spies
Auge und Wort. Gesammelte Schriften zu Kunst und Literatur.
 (Berlin University Press)
In bedruckter Kassette, entworfen von Andreas Gursky
Vielschichtig ist das Terrain, in dem sich Werner Spies, der unverwechselbare Kunstkritiker, Professor, Kurator, Ausstellungsmacher, Museumsdirektor, Künstlerfreund und Schriftsteller bewegt. So umfassend sein Wirkungsspektrum ist, so weit verzweigt ist auch sein Schreiben publiziert. Erstmals sind nun die Schriften des einzigartigen Kenners der Moderne an einem Ort versammelt.
Anlässlich des Erscheinens seiner gesammelten Schriften heißt das Heine Haus Werner Spies herzlich willkommen und lädt zur festlichen Präsentation der Ausgabe ein.
Moderation: Felicitas von Lovenberg (FAZ)
Grußwort: Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf
Rede: Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur des Landes NRW
Würdigung: Durs Grünbein, Dichter, Professor für Poetik und künstlerische Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf

11.10.2008, Sa, Matinee, 11:00 Uhr
Rotraut Susanne Berner
Alphabet & Zeichenstift. (Hanser Verlag)

Signierstunde
Sie ist eine der höchstdekorierten und beliebtesten Buchkünstlerinnen. Die Magierin des Zeichenstifts erhielt 2006 den Sonderpreis Illustration des Deutschen Jugendliteraturpreises. „Was sie zeichnet, braucht keine Schwerkraft“ – so die Begründung der Jury. Anlässlich ihres diesjährigen 60. Geburtstages präsentiert Rotraut Susanne Berner mit „Alphabet & Zeichenstift“ das Buch zu ihrem Werk und lädt zur gleichnamigen Ausstellungsfinissage, in der Illustrationen, Plakate und Buchcover aus ihrem facettenreichen Bildwerk zu sehen sind.

„Ihre Illustrationskunst, ihre Handschrift des sparsamen Strichs, ist sofort wiederzuerkennen und trotzdem überraschend wandelbar und immer wieder neu.“ (ZS)

29.09.2008 Mo 19:30 Uhr
Rafael Chirbes
Krematorium.Roman. (Verlag Antje Kunstmann)
In der Reihe Literatur der Nachbarn
Spanien, heute, nach dem großen Immobilienboom. Matias tauscht die Revolution ein gegen Ökolandwirtschaft. Als er stirbt, zerfällt ein Kosmos, dessen Protagonisten Rafael Chirbes’ neuen Roman „Krematorium“ bevölkern: Zwischen Bauspekulation, Korruption, Sex und Drogen zeigt der minutiöse Chronist menschlicher Prozesse eine Welt nach ihrer Götterdämmerung, ein Gesellschaftspanorama, das aus unterschiedlichen Perspektiven den Ausverkauf der Ideale an den Erfolg zeigt. Für „Krematorium“ erhielt Rafael Chirbes des Spanischen Nationalpreis der Kritik.
„Krematorium ist einer der besten spanischen Romane der letzten zehn Jahre. Eine brillante Analyse des wilden Kapitalismus unserer Zeit.“ (La Vanguardia)

09.10.2008, Do, 19:30 Uhr
Jan Assmann (Hg.)
„Ägyptische Religion – Gegenbilder zu Sterben und Tod“ 
(Verlag der Weltreligionen)
Im Heine Haus präsentiert der Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler Jan Assmann mit seinem Band zur ägyptischen Totenliteratur die grundlegenden Schriften, Phänomene und Entwicklungen der ägyptischen Religion, die wie kaum eine andere dem Reich der Toten Farbe verlieh und Grundsteine für alle späteren „Erlösungsreligionen“ gelegt hat. 
Einführend stellt Verlagsleiter Dr. Hans-Joachim Simm das Editionsprojekt des Verlags vor. Der Verlag der Weltreligionen widmet sich den Religionen der Welt in ihrer heutigen und historischen Vielfalt.

10.08.2008, So, 11:30 Uhr. Matinee
Maarten ’t Hart
Der Flieger. Roman. (Verlag Piper)

In der Reihe Literatur der Nachbarn
Ein protestantischer Totengräber, der sich lieber Grabmacher nennt und außerdem Witze erzählen kann, ein Junge, der sich in die widerspenstige Tochter eines weiteren Grabmachers verliebt und die Frage, ob Jesus sein Blut tatsächlich für die Menschheit vergossen hat – oder ob Gott nicht doch andere Lösungen für die Tage nach dem Sündenfall bereit hält: Der preisgekrönte Erzählvirtuose Maarten t’Hart – selbst Sohn eines Totengräbers – wirft in „Der Flieger“ einen überraschenden Blick nicht nur auf die Landschaft der Niederlande und begegnet jeglichem Dogma mit der erfrischenden Individualität seiner skurrilen Figuren.

Moderation: Marcell Feldberg (Kantor und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf)

11.09.2008, Do, 19:30 Uhr
Raoul Schrott
Homer, Ilias. Neuübertragung. (Hanser Verlag)

In der Reihe Literatur der Nachbarn
Das älteste Epos Europas in seiner jüngsten deutschsprachigen Übersetzung. Raoul Schrott, Universalgelehrter, Komparatist und Reisender hat Gelehrte und Feuilletons nicht nur mit seinem Werk zum ‚Ilias’-Dichter Homer in Aufruhr gebracht – er hat sie auch mit seiner Neuübertragung des grandiosen literarischen Monuments überrascht. Im Heine Haus lässt der Autor das große Epos um den Troianischen Krieg erneut auferstehen.


„Die neue Ilias passt in die Zeit. Ein Held der totgesagten humanistischen Bildung nimmt seinen Thron wieder ein.“ (Die Zeit)

24.09.2008, Mi, 19:30 Uhr
Uwe Timm
Halbschatten. Roman. (Verlag Kiepenheuer & Witsch)

In der Reihe Neue deutsche Literatur
‚Der Flug ist das Leben wert’ – lautet die Inschrift des Steins, der im Invaliden-friedhof Berlins auf der Ruhestätte Marga von Etzdorfs liegt. Im Halbschatten der Grabsteine werden Stimmen laut, denen man eigentlich keine Sprache mehr zugetraut hätte. Eine davon ist die Marga von Etzdorfs, der spektakulären Langstreckenfliegerin, die sich 1933 unvermutet das Leben nahm. Uwe Timm spürt dem Leben einer außergewöhnlichen jungen Frau nach und stößt auf eine Liebesgeschichte, die er anspielungsreich und vielschichtig zwischen der Gewalt der historischen Ereignisse, Zufall und individuellem Schicksal entspinnt.

Der altstadtherbst zu Gast im Heine Haus
25.09.2008 Do 20:00 Uhr
Klaus Umbach: Mein Herbert von Karajan.
Eine Mitmach-Collage aus Musik, Wort und Film
Herbert von Karajan – der Mythos vom Jahrhundertdirigenten und Jetsetter, Technikfreak und Karrieristen lebt weiter. Seinem Publikum hat sich der Exzentriker unvergesslich eingeprägt: Wer kennt nicht sein imposantes Konterfei und die bisweilen urgewaltige Geste seiner Dirigentenhand. Karajans 100. Geburtstag in diesem Jahr ist Anlass, sich einen Abend lang auf seine Spuren zu begeben. Machen Sie dabei mit! Stellen Sie Ihre meistgeliebte oder meistgehasste Aufnahme vor – und halten Sie Ihr ganz persönliches Karajan-Plädoyer.

Moderiert, kommentiert und zusammengestellt wird die Hommage vom kritischen Karajan-Kenner und langjährigen SPIEGEL-Musikredakteur Klaus Umbach.

30.07.2008, Mi, 19:30 Uhr
Fritz Schwegler trifft Michael Krüger

In der Reihe Kunst trifft Literatur
Von 1975 bis 2001 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Heute ist er eine Kunstikone: Fritz Schwegler bricht wie kaum ein anderer aus den gängigen Stilschubladen der Kunst aus. Als Wandler von Ding zu Wort, von Bild zu Sprache, spielt er mühelos zwischen den Disziplinen auf und entdeckt Ungesehenes, Verstecktes und Unlogisches im Zwischenraum von Wort und Bild. Im Heine Haus trifft er den Weltenbürger und Sprachenthusiasten Michael Krüger, der sowohl selber Autor – Romancier, Essayist und Lyriker – als auch Leiter des Hanser Verlags und Herausgeber der Literaturzeitschrift „Akzente“ ist.


03.07.2008, Do, 19:30 Uhr
Marcel Beyer
Kaltenburg. Roman. (Suhrkamp Verlag)

In der Reihe Neue deutsche Literatur
Wieder einmal nähert sich der mehrfache Preisträger Marcel Beyer der deutschen Geschichte auf raffinierten Umwegen. Mit „Kaltenburg“ legt der Autor von „Flughunde“ einen luftigen Roman vor, dessen Himmel stets voller Vögel und Zeichen sind. Protagonisten des Geschehens sind zwei Ornithologen, in die Flugbahnen von Mauerseglern, Staren und Dohlen mischt sich die nicht weniger bewegte Geschichte ihrer Beobachter, deren Lebensbahnen eindrucksvoll auch die verborgenen Winkel des deutschen zwanzigsten Jahrhunderts durchkreuzen und ausloten. Ein Buch der Erinnerung, das Geschichte mit den Mitteln der Poesie erlebbar macht.
„Ein Buch der Geschichten, das mit dem Zauber der Sprache einen Bann über der Geschichte zu lösen verspricht.“ (NZZ)

23.06.2008, Mo, 19:30 Uhr
Durs Grünbein
Strophen für übermorgen. Gedichte. (Suhrkamp Verlag)

In der Reihe Neue deutsche Literatur

In seinem neuen Gedichtband, einem poetischen Erinnerungswerk, geht Durs Grünbein dem Wesen der Imagination nach und inszeniert Zeit und Ort in Übergängen und Verwandlungen. Mit „Strophen für übermorgen“ entführt der „Vers-Baumeister der Gegenwart“ (Peer Trilcke, Literaturen) in die zentralen Fragen seines Schaffens und zieht poetische Bilanz.

Im Anschluss an seine gerade beendete Heine – Gastprofessur an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf liest der Dichter außerdem aus dem Band
„Der cartesische Taucher“ (Suhrkamp), der die Grundlage zu seinen Düsseldorfer Vorlesungen bildete.
Moderation: Martin Krumbholz (freier Journalist, u. a. Die Zeit, NZZ)

21.06.2008, Sa, 20:00 – 24:00 Uhr
Die NachtNacht
Tiefer als der Tag gedacht. Eine Kulturgeschichte der Nacht.
(Hanser Verlag)

Mittsommernacht mit Elisabeth Bronfen und: Mathias Feger (Bratsche/Duisb. Philharmoniker) Jens Thoben (Klarinette/Duisburger Philharmoniker), Dirk Wedmann (Klavier/ Folkwang Musikhochschule Essen), Monique Simon (Solistin/Dt. Oper am Rhein), Kathleen Morgeneyer (Ensemble Düsseldorfer Schauspielhaus) und Verena Buss (ehem. Düsseldorfer Schauspielhaus)
Das Doppelgesicht der Nacht: Faszination und Furcht gehen von ihr aus, sie erhellt und verbirgt, trennt und vereint zugleich. Elisabeth Bronfen, die eine Professur am Englischen Seminar in Zürich innehat, ist in ihrer Kulturgeschichte der Nacht den eigenen, rätselhaften Gesetzen der Nacht und ihren Motiven in Philosophie und Ästhetik, ihrer nachhaltigen Wirkung auf unser kulturelles Imaginäres nachgegangen.

Die Mittsommernacht – zu schade zum schlafen! In der kürzesten Nacht des Jahres macht Elisabeth Bronfen gemeinsam mit verschiedenen Künstlern die Faszination des „Nachtlebens“ erlebbar, wenn sie Ausschnitte aus ihrem Buch vorstellt. Dazu werden u.a. Musiker der Duisburger Philharmoniker, Mathias Feger (Bratsche) Jens Thoben (Klarinette), der Pianist Dirk Wedmann (Folkwang Musikhochschule Essen) das Thema Nacht musikalisch zu Gehör bringen, in szenischen Lesungen wird es die Schauspielerin Kathleen Morgeneyer (Ensemble Düsseldorfer Schauspielhaus) darstellen.

10.06.2008, Di, 19:30 Uhr
Ulrich Peltzer
Teil der Lösung. Roman. (Ammann Verlag)

In der Reihe Neue deutsche Literatur

Ulrich Peltzer ist der Träger des d.lit.–literaturpreises der Stadtsparkasse Düsseldorf 2008. In seinem neuen Roman fragen die Figuren nach der Wirklichkeit der Wirklichkeit und spüren den scharfen Atem der Gegenwart, wenn es heißt: „Entweder bist du Teil des Problems, oder du bist Teil der Lösung“. Zwischen diesen beiden Polen entrollt der in Berlin lebende Autor sein polyphones Großstadt-Movie, das gleichsam hochaktuelle Zeitdiagnose, Politthriller wie packende Liebesgeschichte ist.
„Fulminanter hat lange kein Roman begonnen und überlegener kann man eine Geschichte und ihre Perspektiven nicht miteinander ins Spiel bringen.“ (Die Zeit).

Moderation: Hubert Winkels (Deutschlandradio)

04.06.2008, Mi, 19:30 Uhr
Ulf Stolterfoht / Christoph Buchwald (Hrsg.)

Jahrbuch der Lyrik 2008 (S. Fischer Verlag)

Traditionell wird im Jahrbuch der Lyrik der aktuelle poetische Wasserstand aufgespürt und notiert – in einer Vielfalt von Form und Ton, im Nebeneinander renommierter Dichter und neu entdeckter Stimmen.
Der Verleger und langjährige Herausgeber des Jahrbuchs, Christoph Buchwald, präsentiert gemeinsam mit dem Lyriker Ulf Stolterfoht, der gerade mit dem Peter-Huchel-Preis 2008 ausgezeichnet wurde, ein vielschichtiges Panorama deutscher Gegenwartslyrik.„Die einzig wahre Anthologie zeitgenössischer deutschsprachiger Lyrik.“ (Literaturen)
Moderation und Gespräch: Petra Gropp (S. Fischer Verlag)

20.05.2008, Di, 19:30 Uhr
Axel Hütte / Cees Nooteboom
Kontinente

In der Reihe Kunst trifft Literatur
Das Reisen ist ein zentraler Topos in dem Werk des vielfach ausgezeichneten niederländischen Schriftstellers und Weltenbummlers Cees Nooteboom. Reisen als Erfahrung des Fremden, als Wanderung in und gegen die Zeit, als Reise durch Räume und als fantastische Reise. Und so wecken auch die Landschaftsfotografien von Axel Hütte im Betrachter nicht nur die Sehnsucht nach der Ferne. Mit seinen großformatigen, meditativen Visionen setzt er spannungsvoll den Dialog von Fiktion und Wirklichkeit ins Bild. Reisen als Kunst und Lebensform ist das große Thema, das das künstlerische Werk von Cees Nooteboom und Axel Hütte miteinander verbindet. Cees Nooteboom liest außerdem aus seinem neuen Buch „Roter Regen“ (Suhrkamp Verlag), in welchem von leichter Hand gezeichnete, persönliche Erinnerungen vieler Jahrzehnte versammelt sind.

15.05.2008, Do, 19:30 Uhr
Emine Özdamar / Thomas Rosenlöcher
Das erste Buch. Hrsg. Renatus Deckert. (Suhrkamp Verlag)

In der Reihe Neue deutsche Literatur
Das erste Buch – ein Meilenstein im Leben eines jeden Autors. In der gleichnamigen Anthologie hat Renatus Deckert fast einhundert Schriftsteller nach dem großen Moment ihres Debüts befragt – und einen Fundus persönlicher Texte erhalten. Emine Sevgi Özdamar debütierte mit dem Erzählband „Mutterzunge”, Thomas Rosenlöcher bestritt sein Entrée mit dem Lyrikband „Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz”. Im Heine Haus widmen sie sich erneut ihrem ersten Buch.
„Wer immer sich für die zeitgenössische deutsche Literatur und ihre Vertreter
interessiert, wird an diesem Band seine Freude haben.” (Deutschlandradio Kultur)
Moderation: Renatus Deckert

02.05.2008, Fr, 19:30 Uhr
Eine erzählerische Zeitreise von den 50ern bis heute

Im Rahmen des Projektes „Erzähl mir was“ des NRW Kultursekretariat in Verbindung mit der Akademie Remscheid
Erzähl mir was. Die Theatermacher, Schauspieler und Geschichtenerzähler SusanneTiggemann, Martin Ellrodt, Marco Holmer und Thomas Hoffmeister-Höfener nehmen diesen Wunsch beim Wort. Zusammen mit „Unsere Lieblinge”, dem kleinsten und charmantesten Kammerorchester der Welt (Alex Haas am Kontrabass und Stefan Noelle am Minimalschlagzeug), unternehmen sie eine erzählerische und musikalische Zeitreise, die in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts beginnt und im Heute endet. Durch den Abend führte Marco Holmer.

22.04.2008, Di, 19:30 Uhr
Michael Köhlmeier
Abendland. Roman. (Hanser Verlag)

In Rahmen von scene: österreich in nrw 2008
Michael Köhlmeier ist ein Virtuose in vielen Sparten – ob mit seinen Romanen, Erzählungen, Hörspielen, Drehbüchern und Liedern oder mit seinen freien Nacherzählungen griechischer Mythen und biblischer Stoffe. Seit Jahren prägt er, vom Publikum geliebt und gefeiert, die Kulturlandschaft Österreichs. In seinem im vergangenen Jahr für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman „Abendland” eröffnet der in Vorarlberg und Wien lebende Autor einen faszinierenden Panoramablick auf das 20. Jahrhundert. Im Spannungsfeld zweier Generationen vermischen sich Weltereignis und persönliche Erfahrung.
„‚Abendland’ ist ein Roman, wie er selten geschrieben wird, tollkühn, inspirierend und fesselnd.” (Die Zeit)
Moderation: Lothar Schröder (RP, Kulturressort)

17.04.2008, Do, 19:30 Uhr
Denis Scheck / Hubert Winkels
Jonathan Littell. Die Wohlgesinnten. Roman. (Berlin Verlag)

Buchvorstellung und Diskussion
Kein anderer Roman hat in diesem Frühjahr die Feuilletons so beschäftigt wie Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten.” Dieses „unglaubliche Buch” (Jorge Semprún) wurde gefeiert als Meisterwerk des Jahrhunderts und verrissen als unerträglicher Kitsch. Was die Gemüter so erhitzt: Littells Buch, für das er den Prix Goncourt erhielt, ist der kaltschnäuzige Lebensbericht eines hohen SS-Offiziers, der ein detailliertes Bild des Zweiten Weltkriegs und der Judenvernichtung zeichnet. Hubert Winkels (Deutschlandradio) und Denis Scheck (WDR, ARD), zwei führende Literaturkritiker, versuchen eine Annäherung an das 1400-seitige Erstlingswerk des Sohnes von Bestsellerautor Robert Littell.

13.04.2008, So, 11:00 Uhr Matinee
„Auf Flügeln des Gesanges…” – Due Soprani. Und ein Klavier.
Pozimowski / Droste-Zobel / Bouza

Heinrich Heines Lieder haben seit jeher unzählige Komponisten beflügelt – und die Faszination dauert ungebrochen an. Das Programm von Cordula C. Pozimowski und Lilo Droste-Zobel bietet Heine-Vertonungen von Mendelssohn-Bartholdy über Schumann bis Liszt.
Auch barocke Komponisten wie Gluck und Pergolesi sowie Lieder und Arien von Mozart gehören zum musikalischen Spektrum dieser Sonntagsmatinee. Begleitet werden die beiden Sängerinnen von der Pianistin Marina-Maria Bouza.

03.04.2008, Do, 18:00 Uhr
Fototagebuch

Veranstaltung zur Ausstellung des Fachbereichs Design der Fachhochschule Düsseldorf
Wer bin ich? Befragt man dazu das Tagebuch, blickt man in ein schillerndes Prisma möglicher Antworten. Die Studenten von Olga Kaloussi der Fachhochschule Düsseldorf haben sich auf die Suche nach ihrer Geschichte gemacht und stellen nun ihre aus Foto, Zeichnung und Text erstellten Ich-Montagen vor. Die künstlerischen Unikate werden bis zum 12.04.08 im Heine Haus zu sehen sein.

01.04.2008, Di, 19:30 Uhr
Edmund Spenser / Alexander Nitzberg
Die Lilienhand. Alle Sonette. (Verlag Jung und Jung)

In der Reihe Literatur der Nachbarn

Alexander Nitzberg rezitiert Edmund Spenser (1552-1599). Kein Geringerer als Shakespeare zählte zu den großen Bewunderern dieses englischen Renaissancedichters. Spenser verzauberte Generationen von Literaten und Musikern, und bis heute ist der Klangmagier als ‚Die silberne Trompete’ bekannt. Der Lyriker Alexander Nitzberg hat die Sonette des musikalischen Feingeists übertragen. In dem zweisprachigen Band „Die Lilienhand“ sind die filigranen Kunstwerke nun erstmals komplett in deutscher Sprache versammelt. Begleitet wird Alexander Nitzberg von dem Lautespieler Sören Leupold.

28.03.2008, Fr, 19:30 Uhr
Katja Lange-Müller
Böse Schafe
. Verlag Kiepenheuer & Witsch

In der Reihe Neue deutsche Literatur
Katja Lange-Müller entführt im Heine Haus nach West-Berlin, Vorwendezeit. Die Ich-Erzählerin Sonja trifft Harry, Ex-Sträfling und die späte große Liebe ihres Lebens. Mit wunderbarer Konzentration aufs Private erschafft die selbst in Berlin lebende Autorin ein eindringliches Portrait einer vielschichtigen Liebe im Kontext einer wie im Nebenbei skizzierten deutsch-deutschen Vergangenheit.
Eine „Liebeserklärung an die Kraft und die Magie des Wortes“ (NZZ)
Moderation und Gespräch: Helge Malchow (Verlagsleiter Kiepenheuer & Witsch)

11.03.2008, Di, 20:00 Uhr
Karl-Otto Saur, Michael Saur
Er stand in Hitlers Testament.
 Econ Verlag
Lesung und Diskussion im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit.

In der Reihe Zeitzeugen
„Er stand in Hitlers Testament“ – dieser brisante Titel bezieht sich auf Karl-Otto Saur Senior, der unter Hitlers Regiment das Hauptamt für Technik im Rüstungsministerium leitete. Sein Sohn und sein Enkel, beide Journalisten und im Literaturbetrieb tätig, lesen aus ihrem Buch über ihren Umgang mit diesem Familienerbe – ein bewegendes Zeitzeugnis des Wandels einer Industriellen- zu einer Intellektuellenfamilie und ein vielschichtiges Buch über die Fragestellungen dreier Generationen.
Das Grußwort spricht der Regierungspräsident Jürgen Büssow.

06.03.2008, DO, 19:30 Uhr
Michael Lentz
Pazifik Exil
. Fischer Verlag

In der Reihe Neue deutsche Literatur
Mit „Pazifik Exil“ hebt Michael Lentz im Heine Haus einen kostbaren Schatz: die Kunst des Erinnerns als ein Weg, uns über uns selbst zu verständigen. Protagonisten dieser fiktionalen Erinnerung sind wohlbekannte Intellektuelle und Künstler: von den Mann-Brüdern über Feuchtwanger bis zu Brecht und Schönberg spürt der mehrfach ausgezeichnete Autor die Leben der exilierten Intellektuellen des Nationalsozialismus auf.
„Eine mächtige Stimme der deutschen Literatur.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Moderation und Gespräch: Felicitas von Lovenberg (FAZ)


03.03.2008, Mo, 19:30 Uhr
Connie Palmen
Luzifer
. Diogenes Verlag

In der Reihe Literatur der Nachbarn
Die für den Euregio-Schüler-Literaturpreis 2008 nominierte Niederländerin bringt zu ihrer Lesung im Heine Haus eine teuflische Geschichte mit: „Luzifer“ heißt Connie Palmens neuer Roman, in dem Fakten und Fiktion in einer dämonischen Mischung dem geheimnisvollen Tod der Frau des Komponisten Lucas Loos nachspüren. Thriller und Künstlerroman zugleich, nimmt „Luzifer“ eine wahre Begebenheit zum Anlass einer subtil erzählten Geschichte über das Wesen der Kunst, der Musik und der Literatur
Moderation und Gespräch: Christoph Buchwald (Cossee Verlag, Amsterdam)

20.02.2008, Mi, 19:30 Uhr
Thomas Huber und Barbara Köhler
Laudatio

In der Reihe Kunst trifft Literatur
Als Barbara Köhler im vergangenen Jahr den Spycher-Literaturpreis erhielt, bat sie, entgegen den Gepflogenheiten des Betriebs, den Maler Thomas Huber um die Laudatio. Statt eine Rede zu halten, stellte ihr der Maler einen Bildraum zur Verfügung. So begann ein ungewöhnliches Zusammenwirken, ein Wechselwirken von Bild und Wort, Wort und Bild, ein Dialog unterschiedlicher Sprachen. Die Ergebnisse werden im Heine Haus erstmals vollständig zu sehen sein: 17 Aquarelle von Thomas Huber und das Bild „Laudatio“. Barbara Köhler wird an diesem Abend Texte lesen, die in diesem Prozess entstanden und ihre Antrittsrede in Leuk waren.

13.02.2008, Mi, 19:30 Uhr
Jörg Schröder: Schröder erzählt
Lesung und Gespräch im Rahmen der Ausstellung Der März-Raum

In der Reihe Zeitzeugen
Jörg Schröder ist nicht nur ein außergewöhnlicher Verleger und Buchgestalter – seit den neunziger Jahren bereichert er die zeitgenössische Mentalitätsgeschichte mit seinen unvergleichlichen, autobiographisch gefärbten Erzählungen, die unter der Rubrik „Schröder erzählt“ regelmäßig in bibliophiler Ausstattung ediert werden.
Im Heine Haus stellt der ehemalige Buchhändler und spätere Verleger und Schriftsteller im Rahmen von POP am Rhein zusammen mit seiner Frau Barbara Kalender unter Beweis, dass er nicht nur gute Bücher machen und schreiben kann, sondern auch ein ebenso fesselnder Erzähler ist.


08.02.2008, Fr, 19:30 Uhr

„Aus meinen großen Schmerzen mach ich die kleinen Lieder…“
Ein musikalischer Gesprächsabend zum
198. Geburtstag des Düsseldorfer Komponisten Norbert Burgmüller.
Mit Manfred Trojahn und Klaus Martin Kopitz

Kaum ein Dichter wurde so häufig vertont wie Heinrich Heine. Auch sein Zeitgenosse, der Komponist Norbert Burgmüller (1810-1836) arbeitete sich musikalisch an Heines Texten ab. Von seinen Künstlerkollegen hoch geschätzt, glich Burgmüllers bewegtes Leben einer Achterbahnfahrt, die in einer Badewanne allzu früh endete. „Ich war auf Menschen nicht vorbereitet, ich glaubte nur an Musik“ schrieb er einst.
Burgmüllers Biograph Klaus Martin Kopitz und der Düsseldorfer Kompositionsprofessor Manfred Trojahn befragen im Heine Haus den romantischen Künstlermythos und das Leben als Komponist in Düsseldorf, einst und jetzt.Es erklingen Heine-Vertonungen von Burgmüller und Trojahn.
Moderation: Regine Müller


22.01.2008, Di, 19:30 Uhr
Der März-Raum
Ausstellungseröffnung

Jörg Schröder, legendärer Gründer und Leiter des März-Verlags.

Mit dem „März-Raum“ wird der im Rheinland wurzelnden Geschichte des Verlags Rechnung getragen. Der in den 60er Jahren in Düsseldorf lebende Jörg Schröder modernisierte erst den damaligen Melzer Verlag radikal und schuf so einen Ort für neue kulturelle, literarische und politische Strömungen. Als er sich 1969 vom Melzer Verlag trennte, setzte er seine Linie im März Verlag konsequent fort – und schuf das ambitionierte März-Programm, bei dem er sich für Design und Typographie ebenso verantwortlich zeigt wie für das berühmte März-Gelb der Buchumschläge.
Die Ausstellung präsentiert seltene Erstausgaben, Dokumente, Filmausschnitte und Fotos aus der bewegten Vorgeschichte von Jörg „März“ Schröder.
 Dauer der Ausstellung: 23.1.–16.2.2008