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Durs Grünbein. Der Komet.

22.01.2024, Mo., 19:30 Uhr
Durs Grünbein. Der Komet
. (Suhrkamp)
Autorenlesung und Gespräch in der Reihe Neue deutsche Literatur.

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Im Mittelpunkt dieses Berichts steht eine Frau aus einfachen Verhältnissen. Es geht um das Leben von Dora W., die aus Schlesien nach Dresden kommt, mit sechzehn Mutter wird und mit fünfundzwanzig den Untergang der Stadt im Bombenkrieg miterlebt. Mit ihrer Geschichte verfolgt der Autor ein Einzelschicksal im historischen Kontext vor und nach dem Einmarsch des Nationalsozialismus in jedes einzelne Leben. Dabei gewinnt das Auftauchen des Halleyschen Kometen im Jahre 1910, der Weltuntergangsphantasien befeuerte, eine symbolische Bedeutung für die Vernichtung der sächsischen Metropole im Feuersturm des Februars 1945.
Dresden, die Kunst- und Kulturmetropole an der Elbe, wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs nahezu dem Erdboden gleich gemacht durch Luftangriffe der Alliierten. Am Beginn ein kurzer Prolog über den Feuersturm, der die Stadt heimsuchte. Zum Ende des Buches Der Komet ein Epilog, der auf wenigen Seiten die Zerstörung der Stadt beschreibt. Dazwischen. Ein Bericht  über zehn Jahre im Leben einer jungen Dresdner Frau: 1935 bis 1945.
Mit unaufdringlicher, fast unmerklicher Meisterschaft legt er um das biografische Porträt der Dora W. ein Porträt der Barockstadt an der Elbe zwischen den Jahren 1933 und 1945. DLF Kultur

Moderation: Andreas Platthaus (FAZ)